Evangelische Melanchthonkirchengemeinde Mainz
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Unsere Zeltkirche

„Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. Mach ein leichtes Zelt daraus, das uns deckt kaum bis zum Morgen; denn wer sicher wohnt, vergisst, dass er auf dem Weg noch ist.“ (Ev.Gesangbuch Nr. 428, 4)

Der weithin sichtbare Glockenturm der Melanchthonkirche mit seiner charakteristischen Zeltform macht in der Architektur sichtbar, was Hans von Lehndorff in seinem Liedvers zum Ausdruck bringt: Vier schwere Betonplatten bilden ein pyramidenförmiges Dach, ein „festes Haus“, das nach oben zum Himmel hin jedoch nicht abgeschlossen, sondern geöffnet ist. Diese Öffnung, in der das Kreuz steht, nimmt dem Bau seine Schwere, verwandelt die Pyramide in „ein leichtes Zelt“, mit dem wir unterwegs sind. Das Kreuz weist uns den Weg.

Der von dem Wiesbadener Architekten Hans-Georg Möller entworfene Bau wurde 1969 an das bereits 1954 errichtete Gemeindezentrum angebaut und im Februar 1970 eingeweiht. Die Zeltform des Turmes bestimmt auch den Innenraum: Sie wird von einer in Blau- und Grüntönen ausgemalten Holzpyramide aufgenommen, die so in den Betonturm eingehängt ist, dass ringsum zwischen der Beton-Außenwand und dem Holz ein Lichtschacht entsteht, der den Altarraum indirekt beleuchtet. Die Holzpyramide bildet einen Schutzraum, der Lichtschacht öffnet ihn zum Himmel. Zentral unter der Turmmitte steht ein massiver, weißer Marmoraltar, über dem ein großes, matt silbernes gleichschenkliges Kreuz schwebt, dessen Mitte die Form des nach oben geöffneten Turmes aufnimmt und sich nach vorne zur Gemeinde hin öffnet.

Kuppel

Die Sitzbänke für die Gemeinde sind wie in Herrnhuter Gemeinden weiß, in der Farbe der Auferstehung. Sie stehen zum einen an den Wänden des Altarraumes, so dass sich die Gemeinde im reformierten Stile um den zentralen Altar versammeln kann, und zum andern in zehn langen Reihen in einem niedrig gehaltenen Kirchenraum nach Norden hin.

Der Innenraum wird von verschiedenen künstlerisch gestalteten Ausstattungsgegenständen geprägt: An der Wand hinter dem Altar befindet sich eine Bronzefigur des auferstandenen Christus mit ausgebreiteten Armen, umgeben von 144 Pyrit-Kristallen, die - angestrahlt – wie Sterne funkeln und den Strom aus Kristallen versinnbildlichen, in dem Christus aus der Ewigkeit kommt (vgl. Offenbarung 22,1; eine Arbeit von Lothar Röhl, Thalheim). An der Ostwand hängt ein Triptychon (Öl auf Leinwand) der Stuttgarter Künstlerin Sabine Waldmann-Brun, dessen Bilder an die Taufe, die Kreuzigung Jesu und an die Auferstehung erinnern. Das Blau des letzten Bildes passt gut zum Blau des Zeltes.

Links hinter dem Altar steht ein runder Marmortaufstein mit einer silbernen Schale, die schon seit 1954 im alten Gottesdienstraum in Gebrauch war und in die eingraviert ist: „Gelobt sei Gott unser Heiland auch durch mich“. Wie der Deckel ist sie mit einem Fisch, dem geheimen Erkennungszeichen der ersten Christen, geschmückt. Den Deckel ziert zusätzlich ein Rubin. Daneben steht ein Kerzenständer für die Oster- und Taufkerze, der in Form eines Weinstockes gestaltet ist, der zwar Blätter, aber noch keine Früchte trägt: Die Glaubensfrüchte müssen nach der Taufe in der Verbindung mit Christus noch wachsen (vgl. Johannes 15). In der rechten Ecke des Altarraumes steht die Orgel. Die Gemeinde kann dem Organisten gleichsam in die Noten und auf die Finger schauen und er ist durch die Nähe zum Altar und zur Gemeinde ganz unmittelbar in das Gottesdienstgeschehen eingebunden. Blau-weiße Fenster in bewegten Formen zu beiden Seiten der Sitzreihen erinnern an das Wasser der Taufe und die Weite des Himmels.

Altarraum

Der Behang des  Lesepultes rechts des Altars zeigt Philippus, den Namenspatron Melanchthons, nach dem die Kirche benannt ist. In der Hand hält er ein Buch, Attribut des Apostels und Sinnbild seiner Verkündigung. Die andere Hand ruht auf dem Kreuz, das Mitte und Ziel seines Lebensweges bildete und auf sein Martyrium verweist.
Das hebräisch-jüdische Motiv des Zeltes zusammen mit dem herrnhutischen Weiß der Bänke lädt zur möglichen reformierten Versammlungsform um den Altar ein. Somit ist die Konzeption der Kirche sehr gemischt. Sie kommt aber darin der aus unterschiedlichen Regionen und Prägungen „zusammen gewürfelten“ Gemeinde entgegen. Die relativ kleine Kirche bietet (ca. 200 Plätze) bietet vielen unterschiedlichen Menschen Heimat.

 

Die Glocken in unserer Kirche

Große Glocke (24,80 Ztr.)
Umschrift: “Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was Er zusagt, das hält Er gewiß“ – Jahreslosung 1969

Mittlere Glocke (16,72 Ztr.)
Umschrift: „ Eines Christen Handwerk ist beten“ – Martin Luther

Kleine Glocke (10,78 Ztr.)
Umschrift: „Je mehr wir bitten, je lieber gibt Gott“ Philipp Melanchthon

Stimmung: e – fis – a

Die Glocken wurden in der Karlsruher Glockengießerei Gebr. Bachert am Freitag, dem 15. August 1969, um 14.30 Uhr gegossen.

Es ist uralte Sitte, dass die Glocken (von kelt. Glocka) im Gedenken an Grablegung und Auferstehung Jesu Christi jeweils an einem Freitag um die Todesstunde Christi (15 Uhr) gegossen werden (Schiller: „Fest gemauert in der Erden steht die Form, aus Lehm gebrannt“), um drei Tage später aus der „Glockengrube“ geholt zu werden. („Wenn die Glock soll auferstehen, muss die Form in Stücke gehen.“)

Die große Glocke läutet ½ Stunde vor dem Gottesdienst als „Sammelruf“ und jeweils um 15 Uhr, sobald dem Pfarrer der Heimgang eines Gemeindegliedes bekannt gegeben wurde.

Die mittlere Glocke dient als „Gebetsglocke“ beim Vaterunser, zum Mittags-, Engels- und Vesperläuten und als „Abendglocke“ (Luthers Abendsegen findet sich im Gesangbuch unter Nr. 852).

Die kleine Glocke rundet das Geläut ab; früher diente sie als „Taufglocke“.

Am Samstagabend um 18 Uhr wird der Sonntag „eingeläutet“ („ Zusammenläuten“), und zwar mit allen Glocken; natürlich läuten auch alle Glocken zum Gottesdienst am Sonntagmorgen um 10 Uhr.

 

Der Gemeindesaal

Das 1954 errichtete Gemeindezentrum mit großzügigen Räumlichkeiten wurde kürzlich renoviert. Das zum 50-jährigen Gemeindejubiläum entwi­ckelte Leitbild unserer Gemeinde orientiert sich an 1.Korinther 13,13: „Gottes Liebe erleben: Glauben vertiefen. Hoffnung wecken. Liebe teilen.“ Es hat seinen künstlerischen Nieder­schlag gefunden an den drei bunten Glasfenstern des Gemeindesaales.

Das Fenster "Glaube"

Alle drei Fenster sind durch ein durchgehendes, horizontales, rot gerahmtes Feld verbunden; dieses Feld trägt in jedem der Fenster die Hauptfarbe.
Blau für den Glauben. Keine warme Farbe. Aufgetragen wie tiefes Wasser, intensiv, aber auch bedrohlich. Das Wasser, auf dem Jesus wandelt (Mt 14,22-34). Petrus folgt der Aufforderung Jesu, steigt aus dem sicheren Boot auf das Wasser und geht Jesus entgegen. Das ist Glaube. Den sicheren Halt loslassen und sich verlassen auf das Wort Jesu. Gehen, wo ein Mensch eigentlich nicht gehen kann.
"Als er aber den Wind sah, erschrak er und fing an zu sinken, schrie und sprach: Herr, hilf mir!" Das ist auch Glaube: Angefochtene Zuversicht. Gegen das Wort Jesu steht die bedrängende Wirklichkeit. Wer den Blick von diesem Wort abwendet und den Wind und das bedrohliche Meer ansieht, beginnt zu sinken. Denn nur der Glaube an das Wort trägt.
Niemand, der glaubt, kann die Wirklichkeit ignorieren. Wer glaubt, ist immer im Sinken, und immer getragen nur von dem Herrn, der ihn herausreißt: "Jesus aber streckte alsbald die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, was zweifelst du?"
Blau für den Glauben. Wie tiefes Wasser, bedrohlich, aber auch Zeichen der Rettung durch den Tod hindurch. Die Kinder Israel auf dem Weg durch das Schilfmeer – die Menschen auf dem vertikal hereinbrechenden Lichtstrahl, der das Blau des Wassers zerteilt.
Das Wasser der Taufe. Hineingenommen in den Tod Jesu auf dem Weg zu seinem Leben.

Glaube

 

Das Fenster "Hoffnung"

Alle drei Fenster sind durch ein durchgehendes, horizontales, rot gerahmtes Feld verbunden; dieses Feld trägt in jedem der Fenster die Hauptfarbe.
Grün für die Hoffnung. Grün ist die Farbe des Frühlings, der aus dem Leichentuch des Winters hervorbricht. Grün ist die Farbe des Unreifen, dem der Mensch Zeit lassen muß, daß es werden kann. Hoffnung ist der Blick, der dort etwas sieht, wo nichts ist. Hoffnung ist der Blick, der aus jedem 'nicht' und aus jedem 'nicht mehr' ein 'noch nicht' macht. Die Hoffnung traut der Gegenwart eine Zukunft zu und dem Tod neues Leben. Hoffnung ist der Blick, der im Spiegel, der in das Fensterbild eingelassen ist, nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft sieht (1 Kor 13,12).
Auf dem Lichtstreifen, der in allen Bildern vertikal hereinfällt, sehen wir unten Erwachsene, oben, aus dem rot gerahmten Feld der Gegenwart heraustretend, Kinder, orange, dem Licht näher. "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn ihnen gehört das Reich Gottes." (Mk 10,14) Die Kinder auf dem Lichtstrahl sind in der Zukunft. Die Erwachsenen bei uns in der Gegenwart, schwer, gebeugt. Das Licht aus der Zukunft verbindet die Kinder mit den Erwachsenen. Eine seltsam verkehrte Welt: Die Zukunft ist das Kindsein, die Erwachsenen haben das Kindsein vor sich. Die Hoffnung sieht nicht in Kindern künftige Erwachsene, sondern in den Erwachsenen Kinder. Empfänger des Gottesreiches: "Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen."

Hoffnung

 

Das Fenster "Liebe"

Alle drei Fenster sind durch ein durchgehendes, horizontales, rot gerahmtes Feld verbunden; dieses Feld trägt in jedem der Fenster die Hauptfarbe.
Rot für die Liebe. Aber kein idyllisches, sanftes Rot, sondern fast gewaltsam, überströmend, überbordend, nicht zu halten und nicht einzudämmen. Eine Liebe wie ein Meer, eine Liebe, die nicht aufgibt, die nicht losläßt, die sucht und findet und erlöst.
In jedem Fenster ist das rot gerahmte Feld durch einen von oben hereinbrechenden Lichtstrahl durchbrochen. Die Lichtstrahlen bilden mit dem Feld drei Kreuze. Rot für das Kreuz. Die Liebe, die den Tod nicht scheut, die sich selbst aufgibt für den Menschen. Rot für den Gott, der den Sünder mehr liebt als sich selbst, für den Gott, der in die Gottverlassenheit geht. Rot für das "Blut des Neuen Bundes" im Kelch des Abendmahls: Der Zuspruch dieser suchenden Liebe.
"Die Liebe hört niemals auf" (1 Kor 13,8). Nicht, weil die menschliche Liebe solch eine Macht hätte, sondern weil Gott die Liebe ist. Über dem Lichtstrahl, der dieses Fester vertikal durchbricht, eine Taube, von oben herabkommend. Das Zeichen des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist, der mit seinem Flügel den roten Rahmen um das horizontale Feld, die Grenze zwischen Zukunft und Gegenwart, hier und dort, Immanenz und Transzendenz durchbricht. Der Heilige Geist: "Die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unsere Herzen" (Röm 5,5). Die den Menschen sucht und ergreift und verändert und selbst zu Liebenden macht.

Liebe

 

Dekoration

In den Räumlichkeiten und um die Kirche herum muss man sich wohlfühlen und sich willkommen fühlen.
In ganz besonderer Form gelingt uns das durch die kreative Gestaltung unseres Gemeindesaales, für die eine renommierte Mainzer Künstlerin (eine Nachbarin unseres Gemeindehauses) sich mit einem kleinen Team ehrenamtlich engagiert. Immer wieder gelingt es ihr, das jeweilige Jahresthema kreativ in Szene zu setzen und die Besucher mit phantasievollen Gestaltungen zu überraschen und zu beeindrucken.
Die Dekoration unseres Gemeindefestes ist immer ein „Hingucker“ und trägt mit Sicherheit auch dazu bei, dass sich Gäste in den Räumlichkeiten unserer Gemeinde wohlfühlen.

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