Evangelische Melanchthonkirchengemeinde Mainz
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Die Gründung der Gemeinde

Die Anfänge nach dem 2. Weltkrieg: Pfarrer Erich Krügler

Der aus Schlesien stammende Erich Krügler kam 1945 nach Mainz. Hier betreute er von Anfang an die Gemeinde, die sich in der Kapelle des Städtischen Krankenhauses, der jetzigen Universitätsmedizin, versammelte. Sie war eine der wenigen erhaltenen evangelischen Gotteshäuser in Mainz. Der zwischen den drei Kliniken liegende Bezirk, die sog. "Frontkämpfersiedlung", das jetzige „Schlesische Viertel“ sowie die Siedlung an der Philippsschanze und die Görz-Stiftung gehörten zu seinem Pfarrbezirk, in dem er mit großem seelsorgerlichen Engagement und gemeindeaufbauendem Talent wirkte. Seit einer Visitation durch den Propst von Rheinhessen (Karl  Trabandt) im Jahr 1949 reifte die Idee einer eigenen Gemeindegründung. In den Kirchenvorstand der Altmünstergemeinde wurden zwölf Vertreter des neuen Bezirkes gewählt, den man bald mit dem Namen "Melanchthon" verband, zumal es schon lange eine Luthergemeinde in der Nachbarschaft gab.

Die Gründung des Gemeindezentrums (1954)

Ab 1951 wurden die konkreten Schritte einer Bauplatzsuche für ein Gemeinde-zentrum unternommen; zwischen Oder- und Beuthener-Straße wurde man fündig. Am 1. Advent (28. November) 1954 kam es dort zur feierlichen Einweihung. Unter dem großen Gottesdienstsaal befanden sich die Küche und zwei weitere Räume für die Jugend. Daneben wurden die drei Räume für den Kindergarten errichtet, der am 30. Juli 1955 eingeweiht wurde und sofort mit Kindern gefüllt war.
Die Indienstnahme des eigenen Gemeindezentrums war für die Gemeindeglieder der Beginn der Selbständigkeit, auch wenn diese erst offiziell von der Kirchenleitung in Darmstadt am 1. April 1956 besiegelt wurde. Damit war auch die Pfarrstelle der Melanchthongemeinde errichtet. Das Pfarrhaus konnte erst 1958 erbaut und von Familie Krügler bezogen werden.

Der umtriebige Pfarrer, seine umsichtigen „Kirchendiener“ Ernst und Rita Schumacher sowie die spendefreudigen Gemeindeglieder gaben sich jedoch nicht zufrieden bis sie eine eigene Kirche errichten konnten. Die Kirchenleitung genehmigte den modernen Sakralbau, der 1969/70 nach Plänen des Wiesbadener Architekten Hans-Georg Möller erbaut wurde und im Februar 1970 eingeweiht werden konnte. Die Idee des Architekten bestand darin, durch die Öffnung des Daches dem Betonbau einen leichten und offenen Charakter zu verleihen.

Die Zeit von Pfarrer Kiworr (1974-1997)

Pfarrer Helmut Kiworr wurde ein halbes Jahr nach der Pensionierung von Pfarrer Krügler (1973) als Nachfolger gewählt und im November 1974 in sein Amt eingeführt. Es war ihm von Anfang an wichtig, eine Vision von Gemeinde zu entwickeln, die sich auch in der Zeit aufkommender Kirchenkritik nach 1968 behaupten konnte. Gemeinde sollte Lebens‑ und Glaubensgemeinschaft sein, eine Art Mikrokosmos von Kirche. Viele Seminare wurden angeboten, die Themen der christlichen Ethik und des Glaubens zum Inhalt hatten. Einer der Höhepunkte im Gemeindeleben war die Melanchthon-Woche 1997 zum 500. Geburtstag des Reformators mit Festgottesdiensten und ‑vorträgen.

Doch nicht nur die theologische Arbeit wurde auf Gemeindeebene intensiviert, sondern auch die künstlerische als einer anderen Möglichkeit, Glauben Ausdruck zu verleihen. So gab es Ausstellungen unter dem Motto "Kunst in der Gemeinde". In der Kirche wurde das Lesepult mit einer Darstellung des Philippus versehen, der Ständer für eine Taufkerze vervollständigte den Bereich des Taufsteins, der "wiederkommende Christus" von Lothar Röhl an der Stirnwand über dem Altar wurde zum Zeichen der Hoffnung.

Einen besonderen Platz hatte die Musik behalten. Nachdem nach dem Weggang von
Lothar Herych zu Beginn einige Organisten ihre Akzente setzten, begannen um 1990 die beiden Organisten Wolfgang Betz und Christian Schmidt ihren Dienst in der Gemeinde. Beide waren nicht nur exzellente Kenner und Interpreten der liturgisch-musikalischen Tradition, sondern beteiligten sich auch aktiv am Gemeindeleben.
        
Daneben wurden Konzerte veranstaltet, Musik aus anderen Ländern und Kulturen
kam zu Gehör, wie etwa ein Konzert mit geistlichen Jerusalemliedern, irisch-gälischen
Liedern oder sogar mit Pilgermusik des Jakobsweges. In diesem Rahmen existierten
zeitweilig auch Volkstanzgruppen mit unterschiedlicher Prägung.

Das jährlich stattfindende Gemeindefest wurde aus einem Sommerfest des Kindergartens zum Fest, das alle Gruppen der Gemeinde zusammenführen sollte, ebenso wie das Erntedankfest. Dieses Ziel verfolgten auch die Gemeindefreizeiten, die als Familienfreizeiten konzipiert waren.

Die ökumenische Zusammenarbeit gestaltete sich erfreulich mit gemeinsamen Bibelwochen, ökumenischen Gottesdiensten u.ä. Außerdem wurden enge Kontakte zur jüdischen Gemeinde in Mainz geknüpft: Die Konfirmanden besuchten sie jährlich, sie feierte Feste wie das Chanuka-Fest in den Räumen der Melanchthongemeinde und veranstaltete Konzerte.

Zentrum allen Gemeindelebens blieb aber der Gottesdienst zusammen mit dem parallelen Kindergottesdienst. Unterstützt wurde Pfarrer Kiworr von seiner Frau, Krankenhauspfarrerin Karin Kiworr, sowie von dem Pfarrer im Ehrenamt Dr. Markus Wriedt. Das Abendmahl war stets integraler Bestandteil und wird zweimal im Monat gefeiert. Die Liturgie wurde durch Elemente der Berneuchner liturgischen Bewegung bereichert. Die Feier der Osternacht wurde seitdem besonders gepflegt.

Bei allen Aktivitäten war es unerlässlich, dass eine große Zahl von ehrenamtlich Mitarbeitenden die Gemeindearbeit insgesamt mitgetragen hat. Für die Jugendarbeit konnte auf Spendenbasis eine Jugendleiterin stundenweise angestellt werden. Pfarrer Kiworr ging 1997 in den Ruhestand und starb leider bereits ein Jahr später.

Vakanzzeit 1997-1998; Pfarrer Dr. Friedhelm Ackva (1998-2012)

Die Vakanzzeit mit einer grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses wurde durch den neuen Kirchenvorstand (seit 1997) unter der Leitung von Herrn Dr. Oliver Kohler und der Pfarrvikarin Antje Weber gut überbrückt. Im September 1998 trat Pfarrer Dr. Friedhelm Ackva sein Amt als neuer Pfarrer an. Neben der Fortführung der guten Gemeindearbeit war ihm von Anfang an die missionarische Jugendarbeit sehr wichtig. Schon 1999 wurde eine CVJM-Gruppe gegründet, aus der 2002 ein eigener "Christlicher Verein Junger Menschen in der Melanchthongemeinde" hervorging. Seit Herbst 2001 traf sich unter der Leitung von Detlef Lebershausen ein CVJM-Posaunenchor, der das gesamte Gemeindeleben stets bereichert hat. Die verschiedenen Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche wurden zunächst von der Theologieabsolventin Nicole Wiehler, dann vor allem von nebenamtlich beschäftigten Studierenden gehalten. Zeitweise gab es eine intensive Ten-Sing- und auch Band-Arbeit; Höhepunkt war die Aufführung eines Musicals zum 50. Gemeindejubiläum im Dezember 2004. Seit 2010 geschieht die Jugendarbeit in Kooperation mit dem CVJM-Kreisverband und zwei weiteren Gemeinden durch die Dipl. Sozialpädagogin und CVJM-Sekretärin Ilka Zimmermann.


2005 konnte mit finanzieller Unterstützung des Dekanates Mainz und unter dem Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher in einer Projektgruppe unter der Leitung der Vorsitzenden des Bauausschusses der Gemeindesaal umfassend saniert und eine neue Küche eingebaut werden. Eine Erbschaft ermöglichte darüber hinaus eine künstlerische Gestaltung der Fenster des Gemeindesaales, auf deren Motiven dann das Leitbild der Gemeinde entwickelt wurde.


2010 schloss sich der komplette Umbau des Kindergartens und die Sanierung der Gruppenräume im Untergeschoss an, auch hier leistete eine ehrenamtliche Projektgruppe unter der Leitung der zuständigen Kirchenvorsteherin für den Kindergarten Enormes, damit der Kindergarten für die Aufnahme von Zweijährigen und ein Ganztagsangebot ausgestattet werden konnte.


Pfarrer Dr. Ackva wurde bei der Gestaltung von Gottesdiensten und in der Erwachsenenbildung besonders unterstützt zunächst durch Pfarrer Prof. Dr. Slenczka (2000-2007) und seit 2010 durch Pfarrerin Dr. Judith Becker als Pfarrer bzw. Pfarrerin im Ehrenamt. Zusammen mit Frau Dr. Becker wurde 2010 eine Vortragsreihe zum 450. Todestag von Philipp Melanchthon mit hochkarätigen Referenten und großer Beteiligung veranstaltet. Im Rahmen eines Kinderbibeltages beschäftigten sich die Kinder vom Kindergartenalter bis zum Jungscharalter intensiv mit dem Namensgeber der Gemeinde. Jedes Jahr wird ein solcher großer Kinderbibeltag mit ca. 100 Kindern am Anfang der Osterferien unter Mitarbeit der Konfirmanden begangen. Ausflüge und das alljährliche Krippenspiel sind die weiteren Höhepunkte der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Pfarrer Dr. Ackva legte in seiner Zeit neben den für einen Pfarrer üblichen Tätigkeiten, auch übergemeindlich, zum einen besonderen Wert auf eine aufsuchende Seelsorge, verstärkte Gemeindediakonie und eine intensive Seniorenarbeit, verbunden mit alljährlichen Freizeiten. Unterstützt wurde er dabei vor allem von der Sozialarbeiterin und Kirchenvorsteherin Petra Barth-Lauzi. Zum anderen waren ihm die Glaubensgespräche in der Bibliothek, die Bibelstunden mit Senioren, die Hauskreise und die Glaubenskurse wichtig. In diesem Bereich engagierte sich auch besonders seine Ehefrau Marie-Luise Ackva.

 


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